Häufig gestellte
Fragen.

Die häufigsten Fragen zu Zertifizierungen, Qualitätsprozessen, Schweißverfahren und Logistik.

G.01

Allgemein & Kompetenz

Q·01

Welche Informationen benötigen Sie von uns für ein Angebot?

Für ein schnelles und genaues Angebot benötigen wir drei wichtige Informationen:

  • Technische Zeichnung — 2D (DXF/DWG/PDF) oder 3D (STEP) — zur Erstellung von WPS und Werkstoffliste
  • Toleranzklasse — z.B. ISO 13920 BE/CG — Toleranzen beeinflussen Fertigungsprozess und Kosten direkt
  • Gewünschter Liefertermin und Stückzahl — für die Kapazitätsplanung

Auch ohne Zeichnung kein Problem — wir können von einem Muster oder Foto ausgehen und Reverse Engineering durchführen.

Q·02

Wie lange dauert ein Angebot?

Bei Standardkomponenten zielen wir auf eine Rückmeldung innerhalb von 48 Stunden. Bei kompletten Konstruktionen oder PED/CE-Druckgeräten kann sich dies auf 5 – 7 Werktage verlängern — weil wir Berechnung, WPS und ZfP-Plan zusammen mit dem Angebot liefern.

Q·03

Gibt es eine Mindestbestellmenge?

Nein. Wir fertigen sowohl Einzelteil-Prototypen als auch 1.000-Stück-Serien. Allerdings überträgt eine Arbeit mit MOQ=1 die gesamten Setup-Kosten auf das Einzelteil — wir weisen darauf von Anfang an transparent hin.

Q·04

Was passiert ohne Zeichnungen — können Sie nach Musterteil arbeiten?

Ja. Im Rahmen des Reverse Engineering modellieren wir das Muster mit 3D-Scanner oder manueller Messung und erstellen die Fertigungszeichnung. Nach Ihrer Freigabe gehen wir in die Produktion. Auch die Zeichnungsdateien werden dem Kunden übergeben.

Q·05

Wie sind die Zahlungsbedingungen?

Bei Erstaufträgen arbeiten wir in der Regel mit 40 % Anzahlung + 60 % vor Versand. Bei Bestandskunden öffnen wir Laufzeitkonten oder offene Konten mit Bankbürgschaft. Bei internationalen Aufträgen stehen L/C oder T/T zur Verfügung.

G.02

Qualität & Dokumentation

Q·06

Welche Qualitätszertifikate besitzen Sie?

Aktiv geführte Zertifizierungen:

  • ISO 9001 Qualitätsmanagementsystem
  • ISO 14001 Umweltmanagementsystem
  • ISO 45001 Arbeitsschutzmanagementsystem
  • EN ISO 3834-2 Umfassende Qualitätsanforderungen geschweißter Fertigung
  • EN 1090-2 EXC3 Stahlbaufertigung und CE-Kennzeichnung

Darüber hinaus erfolgt die Fertigung konform zu den Anforderungen von PED 2014/68/EU und EN 15085-2.

Wir können das aktuelle Zertifikat auf Wunsch oder im Angebot freigeben.

Q·07

Wird die ZfP (zerstörungsfreie Prüfung) intern durchgeführt?

VT (Sicht-), PT (Eindring-), MT (Magnetpulver-) und UT (Ultraschall-)-Prüfungen werden intern von unserem EN ISO 9712 Level II zertifizierten Personal durchgeführt. Nur RT (Röntgen) erfordert eine Strahlenschutzlizenz und wird von unserem zugelassenen Laborpartner durchgeführt — in beiden Fällen liefern wir die vollständige Berichtskette.

Q·08

Stellen Sie Werkstoffzeugnisse (3.1 / 3.2) aus?

Ja. Standardmäßig wird das Werkstoffzeugnis EN 10204 3.1 allen Projekten beigefügt. Bei PED-Projekten oder auf Kundenwunsch wird Zeugnis 3.2 (durch unabhängige Prüfstelle abgenommen) ausgestellt. Optionale PMI-Tests (Positive Material Identification) verifizieren die Werkstoffklasse vor Ort.

Q·09

Wie handhaben Sie Drittparteienprüfungen?

Auf Kundenwunsch laden wir eine akkreditierte Drittparteienprüfstelle (Notified Body) in unser Werk ein und lassen Zeugendurchführungen bei WPQR, FAT (Factory Acceptance Test), ZfP und Maßkontrolle durchführen. Diese Berichte werden im Final Documentation Dossier an den Kunden geliefert.

Q·10

Wie funktioniert die Rückverfolgbarkeitskette?

Wir vergeben jedem Werkstoffteil eine eindeutige HEAT- / LOT-Nummer. Diese Nummer wird durch Schneiden, Schweißen, Lackieren und Versand in unserem System verkettet — so können Sie selbst 10 Jahre später per Aktennummer abfragen, mit welcher WPS, von welchem Schweißer (WPQ) und an welchem Werkstoff eine Schweißnaht ausgeführt wurde.

G.03

Schweißen & Fertigung

Q·11

Welche Schweißverfahren wenden Sie an?

Wir setzen routinemäßig die Verfahren MAG (135/138), WIG (141), E-Hand (111) und UP-Schweißen (SAW, 121) ein. Für jedes haben wir genehmigte WPS- und pWPS-Portfolios. Die Auswahl trifft unser Schweißingenieur nach Werkstoff, Dicke, Position und Qualitätsklasse.

Q·12

Sind Ihre Schweißer zertifiziert?

Alle Schweißer im Haus sind nach EN ISO 9606-1 zertifiziert. Zertifikate sind nach Verfahren, Werkstoffgruppe, Dicke und Position abgelegt; sie werden alle 6 Monate überprüft und alle 2 Jahre durch erneute Prüfung erneuert. WPQ-Aufzeichnungen können mit der Projektdokumentation geliefert werden.

Q·13

Können Sie Wärmebehandlung (PWHT) durchführen?

Ja — wir verfügen über einen kalibrierten Spannungsarmglühofen im Haus. Temperatur- und Zeitaufzeichnungen werden automatisch per Schreiber + digital erfasst und abgelegt. Für große Geräte bieten wir auch mobiles PWHT an.

Q·14

Gibt es eine separate Werkstatt für Edelstahlverarbeitung?

Ja. Wir betreiben zwei physisch getrennte Werkstätten für Kohlenstoff- und Edelstahl — keine geteilten Geräte, sogar Schweißbrenner, Schleifscheiben, Bürsten und Handschuhe sind farbcodiert. Diese Disziplin reduziert das galvanische Kontaminationsrisiko auf null.

Q·15

Können Sie ultrahochfesten Stahl wie S960QL oder Strenx 960/1100 verarbeiten?

Ja. S960QL (fy ≥ 960 MPa) ist ein vergüteter (QT) Stahl und erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Schweißen. Bei ArmaWeld für diesen Werkstoff:

  • EN ISO 15614-1-basierte, S960QL-spezifisch genehmigte WPS wird verwendet — eine generische WPS ist nicht zulässig
  • Vorwärmtemperatur wird über das Kohlenstoffäquivalent (CEV) nach EN 1011-2 Methode B berechnet
  • Zwischenlagentemperatur wird gemessen und protokolliert — Härteverlust zu vermeiden ist kritisch
  • Niederwasserstoff-Zusätze (H5 oder geringer) sind zwingend

Mit diesem Stahl zu arbeiten erfordert ebenso viel Verfahrensdisziplin wie technische Kompetenz. Bei S960QL im Projekt bitte vorab angeben — wir teilen unser WPS-Portfolio.

Q·16

Was ist der schweißtechnische Unterschied zwischen S700MC und S690QL?

Beide sind hochfeste Stähle, doch ihr Herstellungsverfahren unterscheidet sich, was den Schweißansatz grundlegend verändert:

  • S700MC — TMCP (Thermomechanisch geregelter Prozess): Mikrogefüge entsteht durch Abkühlrate, hitzeempfindlich. Streckenenergie auf ≤ 1,5 kJ/mm begrenzt, Zwischenlagentemperatur ≤ 200°C. Niedriges Kohlenstoffäquivalent (CEV ≤ 0,39) — Vorwärmen meist nicht nötig.
  • S690QL — QT (Vergütet): Mechanische Eigenschaften kommen aus der Wärmebehandlung. Vorwärmen zwingend (CEV-abhängig), Härteverlust-Risiko geringer ausgeprägt. Toleriert höhere Streckenenergie.

Wir haben für beide Werkstoffe getrennte WPSs. Wenn Sie früh angeben, welchen Sie verwenden, bereiten wir die richtige Prozedur vor.

Q·17

Können Sie Aluminiumkonstruktionen fertigen?

Ja. Wir führen WIG-Schweißen (141) an den Legierungen EN AW-5754 (AlMg3) und EN AW-6082 (AlSi1MgMn) durch. Unsere Aluminium-Qualifikationen:

  • Schweißerzertifikat: EN ISO 9606-2 — Werkstoffgruppen FM21 und FM22, Positionen PA · PB · PF
  • Schweißverfahren: EN ISO 15614-2-basierter WPQR — durch Zerstörungsprüfung (Zug, Biege, Härte, Makro) zugelassen
  • Bewertungsgruppe: EN ISO 10042 B (für Aluminiumschweißungen)

Um Kohlenstoffstahl-Kontamination in der Aluminiumfertigung zu vermeiden, werden separate Werkzeugsätze und Reinigungsverfahren verwendet. Wir können eine Beispiel-WPS im Angebotsprozess teilen.

G.04

Logistik & Lieferung

Q·15

Was umfasst der Versand?

Bei Standardlieferung bieten wir gemäß Incoterms-Optionen mit Holzkiste oder Palettenverpackung, Korrosionsschutz (VCI), Etikettierung, Zolldokumenten und Versicherung an: EXW FCA FOB CIF DAP.

Q·16

Bieten Sie auch Montage vor Ort an?

Ja — bei Stahlbau- und Prozessanlagenprojekten wird Vor-Ort-Montage + Inbetriebnahme als Option angeboten. Unser Montageteam verfügt über Höhenarbeits-, Schweiß- und Kranzertifikate. Für Auslandsbaustellen bieten wir Komplettservice inklusive Visa und Equipment-Transport.

Q·17

Haben Sie Exportreferenzen?

Ja — wir exportieren regelmäßig nach Deutschland, in die Niederlande, Italien, Polen, Rumänien, Marokko und in die VAE. Wir bereiten alle Außenhandelsdokumente wie EUR.1, ATR, Ursprungszeugnis, CE-DoP vollständig mit unserem hauseigenen Außenhandelsspezialisten vor.

G.05

Kundendienst

Q·18

Wie lange ist Ihre Garantiezeit?

24 Monate Garantie auf Verarbeitungs- und Materialfehler. Bei Verschleißteilen (z.B. Baggerlöffelmesser) wird der Garantieumfang je nach Einsatzbedingungen separat vertraglich geregelt. Bei PED- und Stahlbauprodukten kann die Garantiezeit je nach CE-Anwendung variieren.

Q·19

Kann ich eine Überarbeitung oder Reparatur anfordern?

Ja. Wir führen Überholungen, Reparaturen und Lebensdauerverlängerungen an gelieferten oder fremdgefertigten Teilen durch. Nach Zustandsbericht, Reverse Engineering und den erforderlichen ZfP-Scans erstellen wir einen Sanierungsplan.

Q·20

Ich habe meine Dokumentation verloren — kann ich sie erneut erhalten?

Wir archivieren die gesamte Projektdokumentation 10 Jahre digital. Bei einer Anfrage mit Auftragsnummer oder Projektcode senden wir WPS, WPQR, ZfP-Berichte, Werkstoffzeugnisse und Maßkontrollaufzeichnungen innerhalb von 48 Stunden als PDF-Paket erneut zu.

06 / Noch Fragen?

Bei unbeantworteten Fragen wenden Sie sich an unser technisches Team.

Senden Sie Ihre technischen Fragen direkt an unsere Projektingenieure. In der Regel antworten wir noch am gleichen Tag. Für eine Kostenbewertung können Sie Zeichnungen teilen — Vertraulichkeit per NDA garantiert.