Schweißfehler beeinflussen direkt die mechanische Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Ermüdungslebensdauer. Fehler werden nach EN ISO 6520-1 klassifiziert; Abnahmekriterien sind in EN ISO 5817 definiert.

Fehlerklassifikation (EN ISO 6520-1)

GruppeFehlertypTypisches Beispiel
1RisseKaltriss, Heißriss, lamellarer Einriss
2HohlräumePorosität, Gasporen
3Feste EinschlüsseSchlackeneinschluss, Oxideinschluss
4BindefehlerUngenügende Einbrandtiefe, Bindefehler an der Flanke
5FormfehlerKerbe, ungenügende Füllung, Überlauf
6SonstigeSpritzer, Zündstellen

EN ISO 5817 Bewertungsgruppen

  • Gruppe B (hoch): Ermüdungsbelastete Konstruktionen, Druckbehälter.
  • Gruppe C (mittel): Standardstahlkonstruktion, EN 1090 EXC2.
  • Gruppe D (niedrig): Allgemeine statische Fertigung.

1. Kaltriss

Wasserstoffinduzierter verzögerter Riss, der Stunden oder Tage nach dem Schweißen entsteht. Drei Bedingungen müssen zusammentreffen:

  1. Diffusibler Wasserstoff (unzureichende Trocknung, feuchte Umgebung)
  2. Hohe Zugspannung (dicke Querschnitte, eingespannte Verbindung)
  3. Rissgefährdetes Gefüge (Martensit, hoher Kohlenstoffäquivalent)

Vorbeugung: Vorwärmung + basische Elektrode + H5-Schweißzusatz + langsame Abkühlung. Berechnung nach EN ISO 1011-2 Methode B.

2. Heißriss

Entsteht bei hoher Temperatur während der Erstarrung. Typisch bei austenitischen Stählen, Aluminium und Nickellegierungen.

3. Porosität

  • Oberflächenverunreinigung (Öl, Rost, Farbe, Feuchtigkeit)
  • Unzureichende Schutzgaszufuhr
  • Falsche Elektrode oder Reisegeschwindigkeit
  • Windeinfluss (Feldschweißen)

4. Ungenügende Einbrandtiefe

Schweißmetall erreicht die Wurzel nicht ausreichend. Erkennung: UT oder RT zwingend erforderlich.

5. Bindefehler an der Flanke

Unzureichende Verschmelzung zwischen Schweißmetall und Grundwerkstoff. Durch UT und RT erkennbar.

ZfP-Verfahren

VerfahrenErkannte FehlerNorm
VT (Sichtprüfung)Oberflächenriss, Pore, KerbeEN ISO 17637
PT (Eindringprüfung)Oberflächenriss, PoreEN ISO 3452
MT (Magnetpulver)Oberflächen- und oberflächennahe RisseEN ISO 17638
UT (Ultraschall)Innere Fehler, EinbranddefekteEN ISO 17640
RT (Röntgen)Innere Fehler, Poren, Schlacke, RisseEN ISO 17636

Reparaturstrategie

  1. Fehler durch ZfP abgrenzen
  2. Abtragen: Lichtbogengouging, Schleifen oder Fräsen
  3. ZfP-Überprüfung nach Abtragen
  4. Reparaturschweißung mit gleicher oder niedrigerer Streckenenergie
  5. Abschluss-ZfP: VT + UT/RT

Grundsatz: Nach zwei erfolglosen Reparaturversuchen an derselben Stelle wird das Bauteil abgelehnt oder vollständig neu gefertigt.

ZfP und Schweißqualitätsprüfung

Unterstützung bei Schweißfehleranalyse, ZfP-Planung und Reparaturverfahren.

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