Die Schweißanweisung (WPS — Welding Procedure Specification) ist das technische Dokument, das beschreibt, wie eine bestimmte Schweißverbindung herzustellen ist. Die darin enthaltenen Parameter — Verfahren, Werkstoffgruppe, Dickenbereich, Schweißposition, Zusatzwerkstoff, Schutzgas, Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur — bilden den Rahmen, an den der Schweißer während der Produktion gebunden ist.

Ein WPS ist bei jeder Produktion nach EN ISO 3834-2 und EN 1090 EXC2/3/4 verpflichtend. Das Schweißen ohne genehmigten WPS kann die Zertifizierung und die CE-Kennzeichnung des Bauwerks ungültig machen.

Pflichtgrundlage des WPS

Die WPS-Anforderung ergibt sich aus mehreren Normen:

  • EN ISO 3834-2 — Bei umfassenden Qualitätsanforderungen ist ein genehmigter WPS Pflicht.
  • EN 1090-2 — Ab Ausführungsklasse EXC2 ist für jeden Schweißprozess ein WPS erforderlich.
  • EN 13445 — Beim Druckbehälterbau darf ohne WPS + WPQR-Paar nicht geschweißt werden.
  • PED 2014/68/EU — Bei Druckgeräten ab Kategorie II ist die Schweißverfahrensgenehmigung Pflicht.

Was enthält ein WPS?

AbschnittInhalt
Allgemeine AngabenWPS-Nummer, Revision, WPQR-Referenz, erstellender Ingenieur
GrundwerkstoffWerkstoffnorm, Stahlgruppe (ISO/TR 15608), Dickenbereich
SchweißverfahrenVerfahrenscode (z.B. 135 MAG, 141 WIG), Einzel-/Mehrlagig, Schweißposition
ZusatzwerkstoffNorm, Güte, Durchmesser, Wasserstoffklasse (H5 usw.)
SchutzgasZusammensetzung (Ar/CO₂ %), Durchflussmenge (l/min)
Elektrische ParameterStrom (A), Spannung (V), Polarität, Schweißgeschwindigkeit (cm/min), Wärmeeinbringung (kJ/mm)
Thermische BedingungenVorwärmtemperatur (°C), max. Zwischenlagentemperatur (°C), WBH
NahtvorbereitungNahtform, Öffnungswinkel, Wurzelspalt, Stegbreite

Beziehung zum WPQR

Ein WPS muss auf einem WPQR (Schweißverfahrensprüfung), einem experimentell validierten Dokument, basieren. Die Reihenfolge ist:

  1. pWPS (vorläufiger WPS) wird erstellt — Ingenieursentwurf auf Basis des technischen Wissens.
  2. Prüfschweißung wird durchgeführt — mit zerstörenden Prüfproben.
  3. Zerstörende Prüfungen werden durchgeführt — Zug, Biegung, Härte, Kerbschlag, Makro.
  4. WPQR wird erstellt — von einer unabhängigen Prüfstelle (NB oder akkreditiertes Labor) unterzeichnet.
  5. WPS wird mit Verweis auf WPQR genehmigt und in der Produktion verwendet.

Wichtig: Der WPS-Qualifizierungsbereich wird aus den Prüfbedingungen im WPQR abgeleitet. Ein für 12 mm durchgeführtes WPQR kann z.B. einen Bereich von 6–24 mm abdecken, jedoch nicht 25 mm.

ArmaWeld WPS-Portfolio

ArmaWeld führt eine umfangreiche Bibliothek genehmigter Schweißanweisungen nach EN ISO 15614-1 (Stahl) und EN ISO 15614-2 (Aluminium). Diese Bibliothek umfasst: Baustähle S235–S960QL und Strenx 700/900/960/1100, Druckbehälterstähle P265GH/P355NH, austenitische Edelstähle 304L/316L, HARDOX 400/450/500-Verschleißstähle und Aluminiumlegierungen EN AW-5754/6082.

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